Unterkunft für Flüchtlinge in Johannisthal

Die Unterkunft am Groß-Berliner Damm gibt es seit Oktober 2015. Täglich kamen im Herbst 2015 Menschen nach Deutschland, die vor Krieg, Verfolgung oder Armut geflohen sind. Angesichts fortdauernder Krisen im Nahen Osten und Afrika werden auch weiterhin viele Menschen bei uns Schutz suchen. Deswegen hat nun auch Johannisthal eine Unterkunft, um diese Menschen unterzubringen.

Schnelle Eröffnung im Groß-Berliner Damm

Am 07. Oktober 2015 wurde dem Bezirksamt Treptow-Köpenick vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) mitgeteilt, dass das von der Bundesregierung zur Verfügung gestellte und bis dato vom Bundesverwaltungsamt als Gästehaus genutzte Objekt im Groß-Berliner-Damm 59 für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird. Um die Öffentlichkeit zu informieren, wurde gleichentags vom Bezirksamt als erster Schritt eine Pressemitteilung herausgegeben. Dann haben die Vorbereitungen begonnen. Am 14. Oktober fand eine Begehung mit möglichen Betreibern des Objektes statt. Am Tag darauf, Donnerstag den 15. Oktober, erhielt dann der Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V. (CJD) den Auftrag, das Gebäude als Unterkunft für Geflüchtete zu betreiben. Noch am Abend zogen die ersten Menschen ein. Nun leben bereits gut 500 Menschen in dem Gebäude.

In einem zweiten Schritt ist das Bezirksamt sofort auf die Akteure des Ortsteils zugegangen. So wurden z.B. die Schulen eingeladen, in denen Willkommensklassen eingerichtet werden, und erste Informationen ausgetauscht. Die Melli-Beese-Schule (Grundschule) und das Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium können dabei auf die Erfahrungen, welche bereits im Bezirk gesammelt wurden, zurückgreifen und werden seitens der zuständigen Stellen unterstützt. Es wurde aber auch mit den Kirchen, Kitas, Jugendeinrichtungen, der Polizei, dem Jobcenter und anderen Einrichtungen in Johannisthal Kontakt aufgenommen. Bei einem Akteurstreffen im Anschluss an eine Sitzung des Runden Tisches Johannisthal wurden erste Ideen ausgetauscht, wie die Integration der neuen Nachbarn in den Ortsteil gelingen kann.

Auf Grund der Kurzfristigkeit war es nicht möglich, eine große Anwohnerversammlung durchzuführen. Erst am 15. Oktober, als die Unterkunft von den ersten Menschen bezogen wurde, gab es konkrete Informationen zum Objekt. Nicht nur der Betreiber stand erst am selbigen Tag fest. Sondern es hat sich auch erst dann herausgestellt, welche Menschen untergebracht werden. Bis zum ersten Wochenende zogen gut 500 Geflüchtete ein, die bereits in Berlin registriert wurden. Viele von ihnen kamen also schon mehrere Tage oder Wochen vorher in Deutschland an. In den 100 Zimmern des Hauses sind nun vor allem Familien untergebracht. In der Einrichtung im Groß-Berliner Damm leben viele Kinder. In ehemaligen Seminarräumen des Gästehauses wurden zudem Schlafsäle für bis zu zehn Personen eingerichtet.

Gästehaus geeignet – Sammelunterkünfte aber nicht ideal

Im Gebäude existieren durch die vorherige Nutzung als Gästehaus bereits sanitäre Anlagen. Der Essensraum fasst etwa 150 Menschen, gegessen werden muss vorerst also in mehreren Schichten. Weitere Räume werden nun als Büro für den Betreiber genutzt oder auch als Spiele- und Aufenthaltszimmer. Dennoch ist es natürlich keine normale Wohnumgebung, wenn man gemeinsam mit 500 Menschen in so einem Gebäude leben muss. Das Ziel für die Menschen, die in Deutschland bleiben können, muss es sein, irgendwann in ruhigere Wohnungen umzuziehen. Nur dort lässt sich in Ruhe die deutsche Sprache lernen, nach Jobs suchen und von der Vergangenheit erholen. Dennoch sollten wir uns jetzt auch in Johannisthal darum kümmern, dass die Menschen ruhig und friedlich ihre Zukunft gestalten und das Vergangene verarbeiten können.

Die neue Einrichtung ist eine von bis zu Unterkünften in Treptow-Köpenick. In unserem Bezirk mit seinen etwa 250.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bieten diese Einrichtungen zurzeit Platz für etwa 2.500 Menschen. Gleichzeitig werden im Bezirk Tausende neue Wohnungen genehmigt und gebaut, weil Treptow-Köpenick bei jungen Familien und auch bei Senior*innen immer beliebter wird. Die Geflüchteten stellen also nur einen kleinen Teil unserer vielen neuen Nachbarinnen und Nachbarn dar. Veränderungen sind immer auch eine Herausforderung, aber sie gehören im Leben dazu. Und erst Veränderungen machen das Leben spannend. Also lasst uns diese Veränderungen gemeinsam gestalten und unsere neuen Nachbarinnen und Nachbarn willkommen heißen!